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Wir werden den Niedergang unserer Stadt beenden!

24.01.2016

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Städtische Gesinnungswächter

Früher hörte man öfter die Meinung, man könne nur dann städtischer Angestellter werden, wenn man auch das richtige Parteibuch habe, sprich das "rote". Schließlich war Nürnberg, bis auf 6 Jahre unter OB Ludwig Scholz, seit 1945 SPD regiert. Ob die Auffassung stimmte sei dahingestellt, heute trifft dies sicherlich nicht mehr zu, denn sonst würde man wahrscheinlich aufgrund des rasanten Mitgliederschwundes der Partei gar nicht mehr so viele Bewerberfür die städtischen Dienste finden. Außerdem regieren inzwischen SPD und CSU als "Kooperationspartner" gemeinsam und Unterschiede sind kaum mehr auszumachen.
Allerdings scheint die "richtige" Gesinnung auch heutzutage nicht unwichtig zu sein und "Verstöße" gegen die politische Korrektheit werden unnachsichtig sanktioniert, wenn man der Berichterstattung der NZ vom 23.1.16 folgt.

So jetzt bei dem freien Trauerredner Ernst Cran, der sich Ungeheuerliches erlaubte, nämlich bei einer Pegida-Demonstration seine freie Meinung zu äußern. Prompt wollte man ihn bei der städtischen Friedhofsverwaltung von der Liste der freien Trauerredner streichen, auf die Trauernde bei Sterbefällen als Alternative zu den kirchlichen Beerdigungsfeiern hingewiesen werden. Als die Friedhofverwaltung sich jedoch weigerte, dieser grundgesetzwidrigen Aufforderung nachzukommen, empörte sich u.a. der Pressesprecher der städt. WBG und Vorsitzende des Fördervereines des Nürnberger CSD, Dieter Barth, in einem offenen Brief und äußerte die Befürchtung, dass eventuell seine Angehörigen mangels Kenntnis ausgerechnet einen solchen Redner auswählen könnten. Unabhängig davon, dass Herr Barth offenkundig seine Angehörigen für ziemlich unmündig hält und scheinbar keinen guten Kontakt zu diesen pflegt, stellt dieses Verlangen eine Bevormundung aller Nürnberger Bürger dar, deren gutes Recht es sein muss, einen Redner ihres Vertrauens zu finden und diesen auszuwählen.

Zudem hat Herr Cran, wie die Friedhofsverwaltung aufgrund der vorliegenden Rückmeldungen mitteilte, eine "hohe Akzeptanz" als Trauerredner in den vergangenen Jahren besessen. Wie die NZ weiter berichtet, hat Stadtkämmerer Riedel nunmehr die "End-Lösung" des Problems gefunden, indem er alle freien Trauerredner in Mithaftung nimmt und sich mit der Friedhofsverwaltung darauf geeinigt hat, künftig ganz auf einen Hinweis auf die Liste der freien Trauerredner zu verzichten. Diesen soll also ihre Berufsausübung wesentlich erschwert werden, wenn man schon Herrn Cran die Berufsausübung nicht verbieten kann.
Man fragt sich schon, in welchem Staat, in welcher Stadt, leben wir eigentlich, wo so eine Gesinnungsverfolgung bis hin zur versuchten Existenzvernichtung möglich ist?
Die BIA jedenfalls bekennt sich zu den Werten des Grundgesetzes wie der Meinungsfreiheit und lehnt jede Diskriminierung ab.
Demgegenüber sollten selbsternannte "Gesinnungswächter", wie Herr Barth, ihre Einstellung kritisch hinterfragen und überprüfen.

Ralf Ollert, BIA-Stadtrat

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